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13.12.2016, 13:59 Uhr | Pressemitteilung
Dr. Christian Ehler (EVP/CDU): Wir müssen unsere Autoren und Urheber besser bezahlen
"Eine Modernisierung des Urheberrechts für das digitale Zeitalter ist vermutlich die wichtigste Reform, die wir uns vorstellen können, um das Leben für unsere vielen Künstler, Urheber und Designer im Kultur- und Kreativsektor wieder lebenswert zu machen", sagt der Co-Berichterstatter Christian Ehler nach der Annahme eines gemeinsamen Initiativberichts des Industrie- und Kulturausschusses (ITRE/CULT) im Europäischen Parlament.
„Der Wert der kulturellen und kreativen Arbeiten wurde von den Nutzern, Rechteinhabern, Künstlern und Produzenten - weitgehend zum Vorteil der Plattformbetreiber - abgezweigt. Das muss sich ändern. Der Wertwandel hat einen ineffizienten und unfairen Markt geschaffen und droht die langfristige Gesundheit der kulturellen und kreativen Sektoren der EU sowie den Erfolg des digitalen Binnenmarktes zu gefährden. Die Youtubes und Googles dieser Welt müssen aufhören, sich hinter den Safe-Harbor-Bestimmungen der E-Commerce-Richtlinie zu verstecken."

Der Bericht ist ein erster Versuch dieses Anliegen anzugehen und eine kohärente Politik für den großen und stetig wachsenden Teil der EU-Wirtschaft zu schaffen, der zum Großteil aus dem Kultur- und Kreativbereich besteht - von der Architektur über das künstlerische Handwerk über Filme, Fernsehen, Videospiele zu Mode, Musik, Bücher etc.
"Wir haben eine Blaupause und eine Vision für die Zukunft dieses Sektors entworfen. Eine Vision, die dazu beiträgt, das Wachstum zu fördern, das innovative Potenzial des Sektors zu erschließen und einen ausgewogenen Rechtsrahmen für die Urheber und deren Partner und Verbraucher zu schaffen", so Christian Ehler.

Neben der sehr wichtigen Frage der Urheberrechtsreform beschäftigt sich der Bericht mit der Bekämpfung von Fälschungen in der Modebranche, der allgemeinen und beruflichen Bildung, dem Zugang zu Finanzmitteln und dem Erhalt von Kompetenzen - dem europäischen Know-how der Kreativwirtschaft.

Die drei Millionen Unternehmen in den Kreativindustrien sorgen in Europa für mehr als 12 Millionen Vollzeitstellen, was bedeutet, dass nicht weniger als 7,5 Prozent der EU-Beschäftigten in diesem Sektor tätig sind. Der Umsatz beläuft sich auf 1.500 Mrd. €, während sich der Mehrwert auf rund 509 Mrd. € beläuft. Es ist eine Tatsache, dass dieser Sektor größer ist als die Automobilund chemischen Produktionen in der EU. "Die Richtung ist klar. Wir müssen Kreativindustrien zur politischen Priorität machen", so Christian Ehler abschließend.