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14.12.2011, 11:14 Uhr | Pressemitteilung Übersicht | Drucken
Dr. Christian Ehler (EVP/CDU): "Vereinfachung darf nicht zur Gleichmacherei werden!"
Geplantes Kostenerstattungsmodell im HORIZON 2020 für viele Forschungsakteure ungeeignet/ Europäische Spitzenforschungsinstitute gehen auf Distanz

Am Montagabend stellte EU-Kommissarin Geoghegan-Quinn den ITRE-Mitgliedern des Europäischen Parlaments erstmalig ihren Vorschlag zum neuen Gemeinsamen Rahmen für Forschung und Innovation "HORIZON 2020" vor. Der Abgeordnete Dr. Christian Ehler kommentierte:


"Der Vorschlag der Kommission ist zwar in vielerlei Hinsicht zu begrüßen,
deutlich wird aber auch, dass man hinsichtlich der Vereinfachung über das
eigentliche Ziel hinaus geschossen ist. Im zukünftigen Rahmenprogramm soll es für alle Programme und alle Akteure nur noch ein einziges Set an
Teilnahmeregeln geben. Auch bei der Kostenabrechnung hat man sich auf ein einziges Modell für sämtliche Forschungsprojekte festgelegt. Was auf den ersten Blick nach Vereinfachung klingt, bringt bei genauerem Hinsehen viele Probleme mit sich. Zu denken, man könnte der unterschiedlichen Forschungs- und Buchhaltungspraxis von Universitäten, Industrieunternehmen, außeruniversitären Forschungszentren oder KMU mit nur einem Modell gerecht werden, ist absurd. Vereinfachungsmaßnahmen dürfen nicht zu einer Art Gleichmacherei verkommen, die viele Forschungsakteure plötzlich vor mehr Probleme stellt als vorher", warnt der Abgeordnete Ehler.

"Insbesondere die vorgeschlagene Vollkostenerstattung, die zwar 100% der
direkten Kosten erstattet, für indirekte Kosten wie Mieten aber nur eine
Pauschale von 20% der direkten Kosten vorsieht, bereitet vielen gemeinnützigen Forschungsakteuren Bauchschmerzen. Für viele große Forschungsinstitute würde die neue Regelung einen Verlust von rund 20% der bisherigen Förderung bedeuten. Sollte sie dennoch in dieser Form beibehalten und umgesetzt werden, droht ein Ausstieg vieler namhafter außeruniversitärer Forschungsinstitute aus der EU-Förderung. Deren europäische Dachorganisation EARTO (European Association of Research and Technology Organisations) teilte bereits vor einigen Tagen mit, dass man fürchte, einige Mitgliedorganisationen würden ihre zukünftige Teilnahme am Rahmenprogramm angesichts dieser Benachteiligung
ernsthaft überdenken. Hält man sich vor Augen, dass so prominente EARTOMitglieder wie die Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland zu den erfolgreichsten Teilnehmern am 7. Forschungsrahmenprogramm gehören, fragt man sich, wie die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen die EU steht, zukünftig ohne deren Beteiligung gelöst werden sollen", so Ehler abschließend.

Dr. Christian Ehler ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament sowie Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie. Er war Schattenberichterstatter zum Grünbuch der Kommission "Von Herausforderungen zu Chancen" zum 8. Forschungsrahmenprogramm und sitzt der Arbeitsgruppe Forschung der EVP-Fraktion vor.

Nähere Informationen: 0032-228-37325.


aktualisiert von Christian Ehler, 14.12.2011, 11:18 Uhr


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